Leser M. fragt: "Hallo Dimi, kürzlich habe ich über die Suchmaschine deinen Artikel zum Wertpapiersparplan entdeckt. Nach reichlich Überlegen und des Hin und Her recherchierens habe ich schließlich einen Wertpapiersparplan bei meinem Depotanbieter eingerichtet.
Ich will 30 Jahre sparen. Deshalb habe ich den Wertpapiersparplan für 30 Jahre angelegt.
Ich habe bereits ein Depot mit Aktien. Ich weiß, wie es sich anfühlt regelmäßig eine Dividende zu erhalten. Deswegen möchte ich jetzt zusätzlich mit monatlichen Raten eine zusätzliche Einnahmequelle aufbauen. Aus diesem Grund habe ich ausschüttende ETFs gewählt, die ich monatlich besparen möchte."
Wie findest Du die Zusammensetzung der ETFs in meinem Wertpapiersparplan?
Die ETFs im Detail:
1 x 25 Euro - ISHARES S&P 500 UTICS ETF (DIST)
ISIN: IE0031442068
WKN: 622391
Vergleichsindex: S&P 500 Index
Abbildungsart: replizierend
TER (Gesamtkostenquote): 0,40 %
Art: Ausschüttung bis zu vier Mal jährlich
Währung: US-Dollar
Wertpapiersparplanfähig: Ja, bei vielen Direktbanken wie Comdirect (*) oder ING-DiBa (*)
Strategie: Der ETF bildet den S&P 500-Index nach. Hierzu investiert das Fondsmanagement in die entsprechenden Aktien führender US-amerikanischer Gesellschaften. Die Zusammensetzung des ETFs wird quartalsweise überprüft und eventuellen Änderungen im Index angepasst.
Details: https://www.ishares.com/de/individual/de/produkte/251900/ishares-sp-500-ucits-etf-inc-fund
1 x 25 Euro - ISHARES STOXX GLOBAL SELECT DIVIDEND 100 UCITS ETF (DE)
ISIN: DE000A0F5UH1
WKN: A0F5UH
Vergleichsindex: Dow Jones STOXX (R) Global Select Dividend 100
Abbildungsart: replizierend
TER (Gesamtkostenquote): 0,46 %
Art: Ausschüttung bis zu vier Mal jährlich
Währung: Euro
Wertpapiersparplanfähig: Ja, bei vielen Direktbanken wie Comdirect (*) oder ING-DiBa (*)
Strategie: Der ETF strebt die Nachbildung der Wertentwicklung des Dow Jones STOXX (R) Global Select Dividend 100 Index an. Der Index besteht aus hundert Aktien mit führenden Dividendenrenditen, die unter Unternehmen aus Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum ausgewählt wurden.
1 x 25 Euro - ISHARES MSCI EMERGING MARKETS UCITS ETF (DIST)
ISIN: IE00B0M63177
WKN: A0HGWC
Vergleichsindex: MSCI Emerging Markets Index
Abbildungsart: replizierend
TER (Gesamtkostenquote): 0,75 %
Art: Ausschüttung bis zu vier Mal jährlich
Währung: US-Dollar
Wertpapiersparplanfähig: Ja, bei vielen Direktbanken wie Comdirect (*) oder ING-DiBa (*)
Strategie: Der ETF strebt an, soweit dies möglich und machbar ist, in den Aktienwerten (z. B. Anteilen) anzulegen, aus denen sich der Referenzindex zusammensetzt.
1 x 25 Euro - ISHARES FTSE/EPRA EUROPEAN PROPERTY INDEX FUND
ISIN: IE00B0M63284
WKN: A0HGV5
Vergleichsindex: EPRA/NAREIT Europe Ex UK Dividend+ Index
Abbildungsart: replizierend
TER (Gesamtkostenquote): 0,40 %
Art: Ausschüttung bis zu vier Mal jährlich
Währung: Euro
Wertpapiersparplanfähig: Ja, bei vielen Direktbanken wie Comdirect (*) oder ING-DiBa (*)
Strategie: Das Anlageziel ist es, den Anlegern unter Berücksichtigung sowohl der Kapitalrenditen als auch der Ertragsrenditen eine Gesamtrendite zu bieten, welche die Rendite börsennotierter europäischer Immobilienwerte ohne Großbritannien widerspiegelt. Bietet Zugang zu Immobilienwerten in zehn europäischen Ländern.
Details: https://www.ishares.com/ch/privatkunden/de/produkte/251808/ishares-european-property-yield-ucits-etf
Die Indexzusammensetzung des Wertpapiersparplans
Du hast dich für:
- die 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen (S&P 500 Index),
- die renditestärksten Titel aus Nord- und Südamerika, Europa und Asien / Pazifik (Dow Jones STOXX (R) Global Select Dividend 100 Index),
- 838 Aktien aus 23 Schwellenländern (MSCI Emerging Markets Index) und
- für Immobilienwerte in zehn europäischen Ländern (EPRA/NAREIT Europe Ex UK Dividend+ Index)
entschieden.
Insgesamt eine vielfältige Indexzusammenstellung, wie ich finde.
Allerdings ist mit dieser Indexzusammenstellung das "Risiko höher bewertet", wobei Risiko nicht mit Risiko im eigentlichen Sinne gleichzusetzen ist. Der Begriff "Risiko" beschreibt mathematisch das Ausmaß der Wertschwankungen (Lies mich) eines Investments.
Am Ende der dreißig Jahre ist allein die Summe entscheidend, die dem Kontoauszug zu entnehmen ist. Das Rauschen dazwischen, eben die Wertschwankung, ist nichts anderes als ein Nebengeräusch, welches wir ausblenden können.
Ausblenden können in der Theorie.
In der Praxis nur mit Mühe dazu imstande sind.
Warum?
Weil wir kein Robocop sind.
Auch nicht der Terminator.
Weil wir emotionsgeladene Lebewesen aus Fleisch und Blut sind, die insbesondere in prikären Tohuwabohus irrational handeln können. Gerade wenn es die eigene Knete betrifft.
Um dieses "höher bewertete Risiko" zu verwässern, die Wertschwankung und die damit möglicherweise verbundenen dummen Taten zu zügeln, nichts zu tun wenn es hart auf hart kommt, könntest Du darüber nachgrübeln, gegebenenfalls einen ETF mit zu besparen, welcher einen Anleihen-Index abbildet.

In einen fundiert diversifizierten und langfristig angelegten Wertpapiersparplan gehören auch Anleihen. Prozentual nach deinem persönlichen Risikoprofil. Mindestens jedoch zehn Prozent, um das "höher bewertete Risiko" nach Terminator-Style zu liquidieren. Oder nach Robocop-Art die (Kurs)Gewalt wegradieren.
Anmerkung: Ich beziehe mich auf die Portfoliotheorie nach Markowitz.
Ziel ist es nach Markowitz: Ein effizientes Portfolio (in diesem Fall Wertpapiersparplan) aus risikolosem und riskantem Wertpapier zu erstellen, welches die Präferenzen des Anlegers bezüglich des Risikos und des Ertrags sowie die Liquidität berücksichtigt.
Die Gesamtkostenquote (TER) der ETFs
Drei ETFs kosten 0,40 Prozent - 0,48 Prozent pro Jahr.
Ein ETF kostet 0,75 Prozent pro Jahr.
Dagobert Duck würde seinen Finanzberater höchstwahrscheinlich folgendes Fragen: "Gibt es einen Ausgabeaufschlag? Wie hoch ist die Gesamtkostenquote (TER)?"
Einzig richtige Antwort des Beraters um seinen Job bei der reichsten Ente der Welt behalten zu dürfen: "Kein Ausgabeaufschlag, Herr Duck. TER bei 0,15% - 0,90% (mehr oder weniger)."
In meinem Börsenseminar empfehle ich ETFs ins Depot zu holen, die nicht mehr als ein halbes Prozent kosten. Aber auch hier berufe ich mich lediglich auf Informationen, die sich in der Vergangenheit bei der langfristigen Geldanlage am Kapitalmarkt bewährt haben.
In diesem Fall: Kosten drücken wie Aldi, Lidl, Netto und Co.
Weil: Auf Sparen folgt Haben!
Das Fondsvermögen der ETFs
Das Fondsvermögen aller vier ETFs ist überaus hoch.
Überaus hoch bedeutet: Fondsvermögen entweder knapp weniger und weit mehr als eine Milliarde Euro und US-Dollar.
Hohes Fondsvermögen spricht für ETFs, weil diese ETFs eine gewisse Marktmacht haben (Lies mich).
Die Nachbildung der ETFs
Alle vier ETFs bilden physisch-replizierend nach.
Physisch-replizierend bedeutet: Hier werden die Wertpapiere, die in einem Index enthalten sind, tatsächlich von dem Emittenten (ETF-Anbieter) gekauft.
Die Wertpapiere werden nicht, wie es bei synthetisch-replizierenden ETFs (Swappern) der Fall ist, über ein Gegengeschäft (kompliziertes Tauschgeschäft) erworben. Lediglich wird hier die Zusage gemacht, dass der ETF sich genauso entwickelt wie der Index.
Das Währungsrisiko des Wertpapiersparplans
Richtig und wichtig ist: Vermögen im Wertpapiersparplan auf verschiedene Hauptwährungen (US-Dollar, Euro, britisches Pfund, japanischer Yen und Schweizer Franken) zu verteilen.
Damit werden Währungsrisiken reduziert und die Ertragschancen gleichzeitig gewahrt.
Verschiedene Emittenten (ETF-Anbieter)
Dass in physisch-replizierende ETFs investierte Kapital gilt als Sondervermögen. Das Sondervermögen eines physisch-replizierenden ETFs ist vom Vermögen des Emittenten getrennt und bleibt bei Insolvenz des Emittenten erhalten.
Bei synthetisch-replizierenden ETFs (Swappern) gibt es ein Gegenparteirisiko. Zwar wird dieses Risiko von vielen Experten als nicht zu hoch eingeschätzt und doch bergen Swapper ein gewisses Risiko.
Besser: Kostengünstige replizierende ETFs von etwaigen Anbietern in den Wertpapiersparplan.
ETF-Anbieter und ETFs gibt es zu Genüge.
ETF-Anbieter:
- BlackrockAssetManagement (iShares)
- Die BlackRock, Inc. ist der weltgrößte Vermögensverwalter. Das international tätige US-amerikanische Finanzunternehmen hat seinen Hauptsitz in New York City und ist vor allem in Vermögens- und Risiko-Verwaltung tätig. Über 150 ETFs im Sortiment. (http://www.ishares.de/)
- Amundi ETF
- Tochterunternehmen der französischen Großbanken Credit Agricolé und Société Générale. (http://www.amundietf.com/etf_prehome_ge)
- DB X-Trackers
- Mehr als 100 ETFs im Sortiment. Viele exotische Produkte. (http://www.dbxtrackers.com/)
- Comstage
- ETFs der Commerzbank. (http://www.comstage.de/)
- BNP Asset Management
- Tochterunternehmen der französischen Großbank BNP Paribas. (http://allcountry.easyetf.com/portal/ep/home.do)
- ETFlab Investment
- Ein Tochterunternehmen der Dekabank. (http://www.etflab.de/)
- ETF Securities
- ETF Securities ist eine in London ansässige Investmentfirma, die sich auf spezielle Segmente konzentriert. (http://www.etfsecurities.com/)
- Invesco Powershares
- Invesco Powershares ist eine Investmentfirma in der Nähe von Chicago, die ETFs verwaltet. Eher ein kleinerer Anbieter für ETFs. (http://www.powershares.net/)
- Lyxor International
- Lyxor Asset Management ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der französischen Großbank Société Générale und mit ca. 87 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen eine der größten Anlagegesellschaften Europas. (http://www.lyxoretf.de/)
- Source Markets
- Ein kleiner ETF-Anbieter, der einige der wichtigsten Aktienindizes abdeckt. (http://www.source.info/)
- UBS Exchange Traded Funds
- Dieser ETF-Anbieter gehört zur Schweizer Großbank UBS. (http://www.ubs.com/etf)
Fazit
Ein Patentrezept für den Wertpapiersparplan gibt es nicht. Dafür sind wir zu unterschiedlich. Es gibt ein paar Grundzutaten, auf die es wirklich ankommt.
Es sind vor allem die drei Grundregeln:
- Kosten sparen (angemessene Gebühren, geringe Gesamtkostenquote, kein Ausgabeaufschlag etc.),
- Langfristig handeln (Die Gewinnwahrscheinlichkeit an der Börse nimmt mit der Länge des Anlagehorizontes zu. Das Verlustrisiko nimmt dagegen rapide ab.),
- Diversifizieren (Neben dem Zeitfaktor beeinflusst auch die Risikostreuung die Gewinnwahrscheinlichkeit an der Börse.).
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Über den Autor
Dimi Novo ist Gründer der MoosParade:
Er ist Autor des Finanzbuches: